Licht und Schatten bei Facebook Fanseiten

Demographische Verteilung der Besucher einer Fanseite.

Als Marketinginstrument stehen Unternehmen neben den klassischen Marketingmöglichkeiten auch neue, die sogenannten “Social Media Marketing”, Onlinepräsenzen zur Verfügung.

Das Ziel der Unternehmen ist grundsätzlich die Kundenbedürfnisse zu befriedigen und Kaufabschlüsse zu landen. Um das Ziel zu erreichen gilt es, den Bekanntheitsgrad der Produkte und der Firma durch Werbung zu steigern. Ohne sich von Einschränkungen wie räumliche Distanz oder von Öffnungszeiten abhängig zu machen gilt es, die Zielgruppe dort anzusprechen wo sie anzutreffen ist.

Viele Unternehmen entscheiden sich den Schritt in die online Welt zu gehen und auf Plattformen wie Facebook mit einer “Fanseite” vergleichbar einer Internetseite vertreten zu sein.

Im Folgenden werden wir uns anschauen,
* Was eine Facebook Fanseite ist,
* welche Vorteile Facebook Fanseiten für Unternehmen bieten,
* welche Konsequenzen sich daraus für den Besucher der Seite ergeben,
* wie die Betreiber der Facebook Fanseiten Ihre Besucher aufklären können und
* welche Möglichkeit es für die Besucher der Facebook Fanseiten gibt, sich vor der Datenerfassung zu schützen.

Was ist eine Facebook Fanseite?

Eine Facebook-Fanseite spiegelt die Präsenz eines Unternehmens oder einer Organisation auf Facebook wieder. Die Besucher können mit dem Unternehmen ähnlich interagieren wie mit anderen Besuchern des sozialen Netzwerkes, d.h. liken, abonnieren …

Was sind die Vorteile einer Facebook Fanseite für Unternehmen?

Die Entscheidung für eine Unternehmensseite in Facebook kann in die Social Media Marketing Strategie des Unternehmens passen.

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Eine Unternehmensseite (Fanseite) im Facebook ermöglicht Unternehmen durchaus reizvolle Aussichten auf:

  • Nähe zum Kunden schaffen über die Fanseite. Sprich dem Kunden “auf die Pelle rücken”.
  • Kunden besser kennenlernen im Sinne von seinen Interessen, Neigungen und Motivationen
  • Im Dialog mit dem Kunden stehen. Anbieten von einfachen und schnellen Kontaktmöglichkeiten über Kommentarfunktion, Bewertung, abonnieren von Nachrichten und teilen interessanter Nachrichten.

Aber Vorsicht, auch hier gibt es eine Kehrseite der Medaille. Eines muss klar sein, auch die Plattform Facebook verfolgt Ziele. Und eines davon ist das Sammeln von Daten. Und davon so viel wie nur irgendwie möglich. Die Konsequenzen ergeben sich daraus für Unternehmen in der Rolle als Betreiber der“Fanseite”. Und dem Besucher der Fanseite, dem sogenannten Fan.

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Was ist Facebook insights?

Die oben aufgeführten Möglichkeiten klingen gut. Doch Unternehmen benötigen die Angaben zu ihren Kunden noch präziser. Eine Lösung für diese Anforderung bietet Facebook insights.

Facebook insights [1] ist für jede Fanseite automatisch eingerichtet und für den Betreiber zugänglich.

Inhaltlich hat die Funktion so einiges an Informationen zu bieten. Unternehmen stehen Daten in zusammengefasster Form zur Verfügung. Eigenschaften wie erreichte Personen nach Altersgruppen, Verteilung der Geschlechter, Zugriffszeiten und Zugriffsorte nach Stadtnamen. Rückschlüsse auf einzelne Personen sollen unmöglich gemacht werden, indem die Informationen unter anderem in Kategorien eingeteilt werden.

Demographische Verteilung der Besucher einer Fanseite.

Beispiel für die Auswertung der Besucher einer Fanseite.

Welche Verantwortung trägt der Betreiber einer Facebook Fanseite?

Mit dem Urteil des EuGH [2] ist offiziell geworden, dass die Verantwortung für den Schutz der erfassten Daten auf Fanseiten nicht ausschließlich bei Facebook liegt, sondern diese zusammen mit dem Betreiber gemeinsam verantwortlich sind. Denn auch wenn der Betreiber die Machenschaften Facebooks nicht durchdringen kann, Nutznießer und Auslöser der Datensammlung ist er auf jeden Fall.

Ronald hat in seinem Artikel [3] die Thematik rechtlich beleuchtet. Ich werde im Folgenden auf die Auswirkungen auf Privatsphäre eingehen.

Was sind die Folgen des Besuchs einer Facebook Fanseite?

Beim Aufruf einer Facebook Fanseite werden mehrere Schritte gestartet. Diese haben Einfluss auf die Privatsphäre des Benutzers.

  • Um Inhalte im Internet in Deinem Browser darzustellen, müssen diese vom Anbieter (hier Facebook) an Deinen Computer ausgeliefert werden. Dafür benötigt der Anbieter die Internetadresse (IP) Deines Computers. Durch diese Information kann Dich der Anbieter identifizieren und wiedererkennen, wenn Du mit derselben Adresse weitere Inhalte aufrufst.
  • Auf der Fanseite ist ein Programmcode hinterlegt, ein so genanntes Javascript. Das Script speichert auf dem Computer oder Smartphone des Benutzers eine eindeutige Kennung ab.

Bei der ersten Interaktion mit der Seite, wie z.B.: dem Anklicken eines Links, werden mehrere Cookies gesetzt. Cookies sind kleine Dateien. Diese Dateien speichern Informationen über den Benutzer und seine Aktionen auf dem Computer. Die Dateien verbleiben im Falle von Facebook zwischen drei Monaten und zwei Jahren auf dem Computer. Das Auslesen der Dateien kann beliebig oft durch Facebook stattfinden. Und zwar nicht nur, wenn Du Facebook selber besuchst. Ebenso kann Facebook Dein Surfverhalten nachverfolgen, wenn auf Seiten die Du besuchst, eine Komponente von Facebook eingebunden ist. Öffnest Du z.B. In Deinem Browser eine Webseite die den Facebook-Daumen eingebunden hat, wird dieser automatisch von Facebook geladen und Facebook so darüber informiert, dass Du diese spezielle Internetseite aufgerufen hast. Zusammen mit den gespeicherten Cookies kann so die Information über Dein Surfverhalten Deinem Profil hinzugefügt werden.

Für Facebook-Mitglieder

Facebook kann anhand der gespeicherten Daten auf dem Computer den Besuch einem Benutzerprofil zuordnen. Diese Einstufung ist dann möglich, wenn der Benutzer im selben Browser ohne weitere Sicherheitsmaßnahmen (siehe unten) angemeldet ist.

Für Nicht-Mitglieder: Schattenprofile

Auch für Besucher von Fanseiten ohne persönliches Facebook Konto werden obige Daten gespeichert. Facebook hat zugegeben, dass für Nicht-Kunden so genannte Schattenprofile erstellt werden. Diese Art der Profile wird genutzt, um Werbung anzuzeigen.

Facebook erstellt beim Besuch einer Fanseite Informationen. Die gesammelten Daten können zur Nachverfolgung eines Besuchs verwendet werden. Unabhängig davon, ob der Besucher ein Facebook Konto besitzt oder nicht. Diese Unterscheidung hat nur Einfluss auf die Menge und Art der verknüpften Daten.

Wie kann ein Unternehmen seine Besucher aufklären?

Ronald erläutert in seinem Artikel [3] die Notwendigkeit einer Datenschutzerklärung auf der Facebook-Fanseite eines Unternehmens. Diese bietet neben den formalen Anforderungen auch die Möglichkeit, dem Besucher einer Seite transparent zu vermitteln, was passiert.

Facebook sammelt vom Besucher einer Fanseite Daten und stellt diese dem Unternehmen in verallgemeinerter und nicht auf die einzelne Person zurückführbarer Form zur Verfügung. Das Unternehmen nutzt diese, um das Produkt und die Werbemaßnahmen zu verbessern. Die zusammengefassten Daten lassen z.B. Rückschlüsse auf die Altersstruktur der Besucher zu.

Dabei werden die Daten typischerweise nicht von dem Betreiber der Fanseite selber gesammelt. Facebook sammelt auch Daten beim Besuch anderer Internetseiten, beispielsweise durch den eingebundenen Facebook-Daumen.

Es gibt Unternehmen, die ihre Datenschutzerklärung für eine offene und ehrliche Kommunikation mit ihren Kunden nutzen. Dem Vertrauensverhältnis und der Kundenbindung schadet das sicher nicht.

Wie kannst Du Dich beim Besuch einer Facebook Fanseite schützen?

Dass Facebook keine Daten beim Besuch einer Facebook Fanseite sammelt ist ein fast aussichtsloses Unterfangen. Lösungsansätze für diesen Wunsch sind schwierig umzusetzen. Um Datenspuren zu reduzieren gibt es aber Möglichkeiten. Wesentliches Ziel ist hierbei, dass Facebook nichts über Dein Surfverhalten außerhalb von Facebook Seiten erfährt.

Lösche Deine Browser Daten

Beim Surfen werden lokale Daten in Form von Cookies oder anderen Methoden auf Deinem Computer gespeichert. Um einen Missbrauch zu vermeiden gilt es, die Browser Daten zu löschen. In allen Browsern ist dies konfigurierbar. Die Einstellung löscht die Daten automatisch beim Beenden vom Programm.

Screenshot der Konfiguration des Firefoxbrowsers um die Daten zu löschen

Konfiguration des Firefoxbrowsers um die Daten nach dem Schliessen zu löschen

Nachteil ist, dass die Eingabe von Benutzerkonto Angaben bei jedem Neustart erforderlich sind.

Blockiere den Facebook-Daumen

Der Besuch von Internetseiten mit integrierten “Facebook-Daumen” bleibt Facebook nicht geheim. Die Information der aufgerufenen Seite wird Facebook mitgeteilt. Auf der Webseite z.B. welt.de ist ein Programmcode von Facebook hinterlegt. Wird die Seite welt.de geöffnet startet der Programmcode automatisch. Das soziale Netzwerk wird darüber informiert, dass die Seite welt.de gelesen wurde.

Das Nutzen des Programms uBlock origin [4] kann dies verhindern. Das Programm muss auf dem Computer installiert werden im Browser als Erweiterung. Nach der Installation blockiert das Programm den Aufruf von Facebook auf anderen Webseiten. Facebook und weitere Datensammler erhalten deutlich weniger Informationen.

Hole Dir hier Deine kostenlose Anleitung für uBlock Origin!

So kannst Du im Netz problemlos surfen und Facebook und andere Datensammler (siehe auch Folge 4 der Datenwache ) bekommen davon nichts mit.

Hier findest Du die gesammelten Tipps für die Sicherheit Deiner Daten und Deiner Privatsphäre.

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Fazit

Das Aufrufen einer Facebook Fanseite ohne das Sammeln von persönlichen Informationen ist ein schwieriges Unterfangen.

Es gilt zu vermeiden, dass Facebook das Surfverhalten erfasst. Die besten Schritte dafür sind:

  • regelmäßiges löschen der Browser Daten und die
  • die Verwendung eines Blocker-Plugins namens „uBlock-origin”.

Für Unternehmer bietet die Rechtsprechung die Chance, ihre Kunden transparent über die Datensammlung durch Facebook zu informieren. Indem man dies zusammen mit den Vorteilen für die Kunden aufführt, die sich durch gezieltes Marketing und eine passende Kundenansprache für Kunden und Unternehmen ergeben, ist dies ein guter Schritt Richtung Offenheit und Vertrauen.

Dein
Mitch

[1] Facebook.com
Facebook insights

[2] Heise-Verlag
Urteil des EuGH

[3] Dr. Ronald Kandelhard
Abmahnfalle Social Media Fanpage

[4] uBlock origin
Wikipedia uBlock origin
uBlock origin für Chrome
uBlock origin für Firefox

Leave a Reply 4 comments

Abmahnfalle Social Media Fanpage - easyRechtssicher - 18. September 2018 Reply

[…] Diese Datenverarbeitung müsst Ihr in einer speziellen Datenschutzerklärung für die Social Media Plattform beschreiben (so gut das mangels Transparenz möglich ist) und auf Wege verweisen, wie der Besucher möglichst wenig Daten preisgeben kann (Hinweise dazu findest Du etwa hier). […]

Herr Oliver Bödeker - 6. Oktober 2018 Reply

Facebook, als Studenten Netz gestartet und jetzt big business. Nach dem Skandal um die EU Datenschutzverordnung aufgrund de Facebook erstmal alle User bei denen es möglich war auf Server außerhalb der EU umgezogen hat, hatte ich die Nase endgültig voll (vorher war ja noch der Skandal um Cambridge Analytics).

Nee, nee lebe seitdem auch ganz gut ohne den Quatsch und mit den richtigen Freunden bin ich immer noch Klassisch befreundet – funktioniert auch. Toll – oder 🙂

    Mitch - 7. Oktober 2018 Reply

    Moin Oliver, wie schwierig war denn vor allem die Anfangsphase?

    Soziale Netzwerke haben ja durchaus auch Vorteile. Leser des Newsletters wissen, dass auch die Datenwache auf Facebook präsent ist. Die Vorteile könnte man aber natürlich auch ohne das exzessive Datensammeln nutzen. Angebote wie Diaspora sind funktional durchaus vergleichbar. Leider kann man da die Reichweite komplett dem Hasen geben…

    Und wie gehst Du mittlerweile mit Bekannten/Veranstaltern… um, die über FB kommunizieren wollen?

    Viele Grüße,
    Mitch

Wie Du Social Media Fanpages rechtlich richtig nutzt - easyRechtssicher - 20. Februar 2019 Reply

[…] Diese Datenverarbeitung müsst Ihr in einer speziellen Datenschutzerklärung für die Social Media Plattform beschreiben (so gut das mangels Transparenz möglich ist) und auf Wege verweisen, wie der Besucher möglichst wenig Daten preisgeben kann (Hinweise dazu findest Du etwa hier). […]

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